Ursprünge
Der Name Werle (Warle) wird erstmals im Jahr 1154, in einer Urkunde Herzogs Heinrichs des Löwen, erwähnt. In dieser ist von einem Thiedolfus de Werle die Rede. Ein paar Jahre später, 1188, von einem Ludolfus de Werle. Die von Warle (Werle) waren herzogliche Dienstmannen der Welfen. Mit Hans Philipp von Werle erlischt 1626 das Geschlecht von Warle. Thiedolfus hatte, so ergaben die Ausgrabungen auf dem Pfalzgelände Werla, keine Verbindung zur Pfalz Werla.
Zu Beginn des 16. Jahrhunderts hieß das Dorf noch Werlle und Werle. Den heutigen Ortsnamen führt es seit 1539.
1457 wurde am Bergfried auf dem Vorwerk des Blasiusstiftes zu Braunschweig ein Wohnsitz gebaut. Im 18. und Mitte des 19. Jahrhunderts lagen in der Gegend der Warler Kirche drei “Tempelhöfe”, auf deren Resten man Bergfriede erbaut hatte.
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Topographischer Altlas des Königreichs Hannover und Herzogtums Braunschweig von August von Papen - Im Original erschienen 1843 - Blatt 57 Schöppenstedt
Quelle: Papenaltas Rasterdaten der ©
Das Blasiusstift in Braunschweig kaufte 1270 von Herzog Albrecht 11 HufenEine Hufe ist ein damals gebräuchliches Flächenmaß. Eine Hufe entspricht dabei ca. 26 Morgen (6 1/2 Hektar)., wovon eine Hufe dem Kloster Königslutter gehörte. Der Besitz des Stiftes veränderte sich um 1550 auf zwei Höfe mit 10 1/2 Hufen und zwei KothöfeKothöfe sind kleinere Höfe bis zu einer grösse von ca. 40 Morgen. mit 3 Hufen. Aus Warler Grundbesitz erhielt das Hospital Beatae Mariae Virginis in Wolfenbüttel von dem Grafen Spiegelberg 1276 sechs bis dahin an die von Warle verlehnte Hufen. Der Martinikirche wurden 1392 Einkünfte von 6 Hufen und einem Kothof gestiftet, welche die Kirche 1766 noch hatte. Das Kloster Königslutter besaß hier noch 1386 und 1766 Land. Die von Warle verkauften 1425 an einen Altar des Kreuzhofes einen Hof mit 3 Hufen sowie ihr herzogliches und das von Veltheimsche Lehen.
Die ursprüngliche Pfarrkirche Valentinus von Warle stammt aus dem Jahre 1464. Die Pfarre mit Vikarie war zu dieser Zeit noch selbständig. Ab 1568 gehört die Pfarre zu Schliestedt. Das Patronat der Pfarre und der Vikarie war ein Lehen der Grafen von Wernigerode an die von Werle.
Archäologische Fundstücke der Jungsteinzeit: Auf dem Kappenberg, nordöstlich des Dorfes, hat eine jungsteinzeitliche Siedlung gestanden. Es gibt interessante Funde aus diesem Gebiet. Eine vermutlich von einem Becher stammende Scherbe aus rötlichem Ton mit schwarzem Firnis, wohl aus Trierer Produktion, hat den Archäologen Rätsel aufgegeben. Bestimmte charakteristische Gefäßformen kommen vermehrt im nördlichen und östlichen Harzvorland bzw. an der unteren Saale vor. Mit Hilfe von Gefäßkartierungen sowie der Untersuchung von Verzierungstechniken und Verzierungsmotiven läßt sich zudem eine eigenständige Nordharzgruppe der Bernburger Kultur deutlich machen. Eine Auswertung von Bernburger Grabformen bestätigt die regionale Gliederung der Bernburger Kultur in Mitteldeutschland. Die spät-mittelneolithische Bernburger Kultur (ca. 3100-2800 v.Chr.) ist eine vorwiegend mitteldeutsche Erscheinung, die bis Südost-Niedersachsen reicht.