Geschichte

Sagen

Wer von Schliestedt nach Warle geht, hat rechter Hand hinter dem "Lindenberge" eine Talsenkung liegen, in der es gar nicht geheuer sein soll. Oftmals sehe man hier des Nachts, so geht die Dorfsage, eine Sau mit Ferkeln laufen, die dem späten Wandersmann bis ans Dorf verfolgt, dann aber verschwindet.

Auch weiß man von einem dreibeinigen Hunde zu erzählen, der nachts zwischen elf und zwölf Uhr dort herum läuft und oftmals einen anfällt, der noch so spät da durchkommt. Er springt ihm auf den Rücken und beisst ihm in den Nacken.

Schliesslich soll auch noch ein Fleischer mit einem Kalbe am Stricke daselbst unter Rufen und Geschrei sein nächtliches Unwesen treiben.

Geht man durch Warle hindurch, die Strasse nach Barnstorf weiter, hat man eine Viertelstunde hinter Warle zur linken eine Feldbreite, "Schoof" genannt. Dort liegt die Grundlose, einst ein sumpfiges Modderloch, jetzt freilich schon seit Jahren ausgemauert, und zu einem Leitungsbecken für die Watenstedter Zuckerfabrik gemacht. In dieser Gegend wäre einst, so wird erzählt, vor alter Zeit einmal spät nachts, eine vornehme Familie, die in einem Kutschwagen da durchfuhr, in die Irre geraten. Da habe der Kutscher in der Ferne Glockentöne vernommen, sei ihnen nachgefahren und dabei in die Grundlose geraten. Wunderbarerweise wäre aber nichts schlimmes geschehen. Denn wohlbehalten sei die ganze Gesellschaft mit dem Fuhrwerk bald nachher im benachbarten Watzum, im Keller des dortigen Rittergutes, wieder zum Vorschein gekommen.

Quelle: Mitteilungen des Lehrers Bebenroth - Voges, Sagen aus dem Lange Braunschweig S. 219. (Sage von der Grundlose bei Destedt, S. 234, und bei Golmbach, S. 237.)

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