Geschichte

Die ehemalige Schule

Viele Dörfer hatten in den vergangenen Jahrhunderten eine eigene Dorfschule oder Einrichtungen, die den Kindern Wissen vermitteln sollten. Die Schulstelle von Warle war früher Konsistorialstelle und wurde ohne jegliche Mitwirkung von einer Seite besetzt. Bis zur Auflösung der Schulstelle im Jahr 1962 besuchten die Kinder die Schule in Warle, danach die Volksschule in Schöppenstedt. Heute ist die ehemalige Schule das Dorfgemeinschaftshaus. Die nachfolgende Auflistung der Lehrer und einige ihrer Geschichten sind hier zur Erinnerung und Dank niedergeschrieben.

Die frühere Schule von Warle - Heute Dorfgemeinschaftshaus
Die frühere Schule von Warle - Heute Dorfgemeinschaftshaus

Die ehemaligen Lehrer von Warle1

Lazarus Bühling (1624-1657) wurde 1627 Opfermann. Nachdem er diesen Dienst 30 Jahre ausgeführt hat, ist er am 18. März 1657 gestorben. Danach übernahm Hartewig Georg Gebhard (1657-1697) die Tätigkeit seines Vorgängers. 40 Jahre vollzog er den Schuldienst in Warle bis zu seinem Tod am 10. November 1697 im Alter von 71 Jahren. Zu jener Zeit (1669-1670) wurde der Kirchturm erneuert.

Heinrich Curdts (1698-1727), aus Watenstedt, wurde 1698 ins Amt berufen. Er war für 35 Jahre Schulmeister in Warle, wurde 1727 pensioniert und verstarb 1733. Seine Tochter Eva Katharina schenkte 1743 der Kirche eine zinnerne Weinflasche und eine Oblatenschachtel. Johann Heinrich Schrader (1728-1751), der Sohn eines Schulmeisters aus Hötzum, trat am 14. Januar 1728 seinen Dienst an. Seiner Ausbildung nach war er ein Schuster und gehörte als Meister der Gilde zu den Schuhmachern in Schöppenstedt. 1734 erhielt er ein neues Schulhaus. Er betrieb in seinem Garten Bienenzucht. Als er am 10. Oktober 1751 in Warle verstarb, ließ er seine Frau und drei Töchter zurück. Am 3. Dezember 1751 wurde Heinrich Andreas Cludius (1751-1798) als Schulmeister eingeführt. Er verheiratete sich mit der ältesten Tochter seines Vorgängers. Mit seinem Prediger Pastor Köchy stand er nicht im besten Einvernehmen, denn am 10. Juni 1771 beklagt sich Pastor Köchy in einem Schreiben an den Superintendenten über die Beschuldigungen die Cludius gegen ihn vorbringt und bittet um eine Untersuchung und um Schutz vor dem "Tölpel". Eine Kirchenvisite von Superintendent von Hantelmann erbrachte 1784, daß die Leistungen der Schulkinder zwar gut seien aber in der Schule Cludius Ehefrau arbeitet, allerdings mit mehr Fähigkeit und Nutzen wie ihr Mann selbst. Cludius verstarb im hohen Alter am 4. April 1798.

Im Jahr 1798, am 1. Juli, wurde Johann Angerstein (1798-1837) als Schulmeister eingestellt. Dieser versah seinen Dienst bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1837. Er ist 1856 bei seiner Tochter in Ärzen gestorben. Am 7. Januar wurde der SchulpräparandSchulpräparand = Schüler der sich auf das Lehramt vorbereitet Heinrich Altenbach (1838-1879) als AdjunktAdjunkt = Helfer, Amtsgehilfe eingeführt. Laut Konsistorialverfügung vom 10. Dezember 1856 erhielt er den Kantortitel. Aufgrund eines Magenleidens begab er sich am 1. März 1879 in den Ruhestand. Zur Zeit Altenbachs, im Jahr 1858, wurde die Kirche mit einer Heizungsanlage versehen. Lehrer Siedentopp (1879 - Okt. 1880) verwaltete nach dem Abgang von Altenbach die Schulstelle provisorisch. Der SeminaristSeminarist = Angehöriger eines Lehrerseminars Hugo Fischer (Okt. 1880 - 1883) wurde als nächster, bis Ostern 1883, provisorisch eingestellt. Der Hilfslehrer Gerecke (1883 - 1885) verwaltet die Schulstelle ebenfalls provisorisch bis 1885. 1884 wurde ein neues Klassenzimmer erbaut. Bei diesem handelt es sich um das heutige Dorfgemeinschaftshaus in Warle. Der durch Pastor Stölting als Adjunkt am 19. Juli 1885 eingesetzte Lehrer Wilhelm Bebenroth (1885 - 1887), verstarb nach langem Leiden am 27. März 1887.

Lehrer Heinrich Bebenroth (1887 - 1909) wurde als Adjunkt durch Superintendent Drewes eingeführt und 1892 fest eingestellt. Er wurde im April 1909 nach Rautheim versetzt. Heinrich Achilles (1909 - 1910) wurde aus Baddeckenstedt nach Warle versetzt. Er in Warle von April 1909 bis April 1910 tätig. Am 1. April 1910 begann Artur Vasterling (1910 - 1926) sein Dienst und endete am 10. April 1926. Vasterling wurde dann nach Helmstedt versetzt. Für Vasterling, kam Kurt Heine (1926 - 1928) aus Helmstedt vom 1. April 1926 bis zum 1. April 1928 nach Warle. Erich Pape aus Sisbeck (1928 - 1939) begann am 1. April 1928. Im September 1939 wurde er, wie viele andere auch, eingezogen. In den wirren Tagen des 2. Weltkrieges kamen verschiedene Aushilfen aus Braunschweig und Wolfenbüttel.

Der aus Mirow in Mecklenburg stammende Lehrer Gerchow (1946 - 1959) kam als Flüchtling nach Warle.

Über den Lehrer Kelch (15.10.1959 - 06.04.1960) und die Lehrerin Frl. Miersemann (21.04.1960 - 29.03.1961) gibt es hier leider nichts zu erwähnen. Während der Dienstzeit von Frau Zimmermann (14.04.1961 - 17.03.1962) wurde die Schulstelle in Warle, mit dem Ende des Schuljahres 1961 am 17.03.1962, aufgelöst und alle Schüler besuchten ab dem 03.04.1962 die Volksschule in Schöppenstedt.

Quelle: [1] Aus einer Abschrift, Autor unbekannt, möglicherweise Karl Schattenberg - Zur Geschichte von Schliestedt und Warle

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