Der Kreuzstein (Kitzelstein) und die Steinkreuze
Auf dem so genannten Engelshof stand etwa 300 Meter westlich der Straße, die von Warle nach Schliestedt führt, genau auf der Grenze zwischen dem Möhrigschen und dem Schliephakeschen Land, ein altes Steinkreuz. Da es nur noch eine Handbreit aus der Erde hervorragte, wurde es von heimatverbundenen Männern freigelegt und auf den Schliephakeschen Hof (ca. 1875) gebracht.

Die eine Seite des Kreuzsteines zeigt ein gotisches (genastes) Kreuz, das seit 2003 als ein Teil des Ortswappens geführt wird. Auf der „Rückseite“ soll sich die Figur eines Mannes in einem langen, faltenreichen Gewand und uralte Mönchsschrift befinden. Beides sei aber stark verwittert und zu unleserlich.
Pastor Knittel vermerkte 1755 in einer handschriftlichen Aufzeichnung, dass der Kreuzstein im Volksmund auch der "Kitzelstein" genannt wurde, da ein Geistlicher vor langer Zeit bei diesem Stein zu Tode gekitzelt worden sei.
Der ehemalige Gemeindevorsteher RademacherGemeindevorsteher um 1850 berichtete gegen Ende des 19. Jahrhunderts dem Volkskundler und Heimatforscher Theodor Voges, dass dieser Stein sich ehemals am altem Dieweg, der von Schöningen nach Schöppenstedt führte, befunden haben soll und dass "nach alter Leute Erzählung" Kaiser Lothar III. (1075-1137) hier eine Schlacht geschlagen habe und dabei verwundet worden sei. Zur Erinnerung an diese Begebenheit sei der Stein mit Kreuz und Inschrift gesetzt1.
Auf Veranlassung des inzwischen verstorbenen Landwirts Eimecke wurde der Stein auf dem Kirchhof südlich der Kirche aufgestellt und hat nun, um vor künftiger Verwitterung geschützt zu sein, seinen wohl endgültigen Platz im Kirchenvorraum gefunden.

Auf dem Schliephakschen Hof befindet sich noch ein altes Steinkreuz. Auf der Hinweistafel steht geschrieben: "Das Steinkreuz in Warle, sagenumwoben, alt und verwittert, vielleicht ein Gedenkkreuz, errichtet vor langen Jahren zur Erinnerung an einen Menschen, der an dieser Stelle sein Leben ließ. Wir wissen keine Einzelheiten über Grund und Zeit der Aufstellung, wir wissen nicht, wer die Stifter dieser Steinmale waren, noch wessen Gedenken sie wach halten sollten. Das europäische Verbreitungsgebiet dieser Steinkreuze oder ähnlicher Steinndenkmäler verläuft von Norditalien durch Mitteleuropa bis zu den skandinavischen Ländern und den britischen Inseln. Beobachtenswert ist, dass sie überall dort anzutreffen sind, wo germanische Stämme dauernd oder auch nur vorübergehend sesshaft waren. Weitere Steinkreuze befinden sich auf dem Olla bei Eilum und an der Kirche in Barnstorf."

Das Steinkreuz auf dem Olla befindet sich direkt an der Landstraße L625 (aus Richtung Braunschweig kommend auf der rechten Seite). Auf der Hinweistafel steht geschrieben: "Das Steinkreuz auf dem Olla, sagenumwoben, alt und verwittert, vielleicht ein Zeichen der Christianisierung, errichtet im 8. Jahrhundert, als es noch keine Kirchen gab. Geprägt wurden die politischen Kämpfe mit der Auseinandersetzung der religiösen Ideologien dieser Zeit, insbesondere durch die Missionsbestrebungen der christlichen-fränkischen Kirche in das Gebiet des germanischen „Heidenglaubens“. Kirchenplünderungen durch sächsische Horden in fränkischem Gebiet, vor allem aber die Übergriffe gegen den angelsächsischen Wunderprediger Lebuin auf der sächsischen Stammesversammlung in Marklo an der Weser, was gegen ein Friedensabkommen des Jahres 753 verstieß, waren der Anlass der Sachsenkriege Karl des Großen. Die Sachsen mussten bei Massentaufen ihren alten Göttern abschwören. Ihre Naturheiligtümer in Hainen oder Seen oder markanten Geländepunkten wurden zerstört. Weitere Steinkreuze befinden sich in Warle und in Barnstorf an der Kirche."