Die Kirche
Die ursprüngliche Pfarrkirche ValentinusValentinus: Valentin war Priester und wurde am 14.Februar (269) auf Geheiß des römischen Kaisers Claudius II. in Rom hingerichtet, da er trotz eines Verbotes Trauungen nach christlicher Zeremonie vornahm.
Der Name der Kirche lässt sich vom Kelch (1743) der Kirche ablesen (St. Vincentius). Das Kirchenbuch bemerkt allerdings dazu, dass der Name nicht recht gestochen sei, es müsse St. Valentinus heißen.
Anmerkung: In geschichtlichen Aufzeichnungen findet man meist mehrere Heilige mit dem Namen Valentin (Valentin von Terni, Rätien etc.). Es lohnt sich hier nachzuforschen. von Warle stammt aus dem Jahr 1464.
Die ehemals katholische Kirche wurde noch während
der Reformation im Jahr 1561 der evangelisch-lutherischen
Kirche zugesprochen. Ein paar Jahre später, 1568,
wurde die kirchliche Gemeinde Warle mit der Pfarre Schliestedt
zusammen geschlossen.

Im Jahr 1774 wurde die Kirche neu ausgebaut, wie es an der Ostmauer des Kirchenschiffs zu erkennen ist.
An der mitternächtlichen Seite der Kirche hat eine Kapelle gestanden, auch war ein Leichenhaus vorhanden, dieses wurde 1804 abgerissen.
Nach dem Corp. bon.Corpus bonorum - Das Güterverzeichnis der Kirche wurde das Kirchengebäude im Jahr 1738 repariert. Altar und Kanzel sind in eins gebaut. In der Nacht vom 9. zum 10. Januar 1795 wurde ein Einbruch in die Kirche verübt. Die Diebe haben ein Fenster im Turm ausgehoben und sind durch dies in die Kirche gelangt.

Im Jahre 1804 und in den folgenden Jahren hat eine umfassende Reparatur des Kirchengebäudes stattgefunden. Im erstgenannten Jahr wurde das Dach vollständig erneuert, und wie bereits erwähnt, das Leichenhaus abgerissen. In den folgenden Jahren wurde die Kirche innen renoviert und ein neues Fenster, um mehr Licht zu schaffen, durchbrochen (es waren bis dahin nur wenige recht kleine Fenster).
1858 bekam die Kirche die erste Heizung. In den Jahren 1876 und 1877 erfuhr die Kirche die letzte große Ausbesserung. Bis dahin war das Chorende der Kirche schmaler gewesen als Schiff und Turm, nun wurde es mit diesen auf die gleiche Breitenausdehnung gebracht, so dass jetzt das Gotteshaus überall gleich breit ist. Dabei wurde es innen neu bemalt und gestrichen. Es erhielt neue, teilweise bunte Fenster, von denen das runde Giebelfenster hinter der Kanzel erwähnenswert ist. Leider hindert es erheblich den Einfall von Tageslicht. Mittlerweile sind alle Fenster doppelt verglast.

Neu hergestellt wurden auch Kanzel, Altar und die Kirchenuhr, die mit einem Anschlagwerk für die Betglocke ausgestattet wurde. Außerdem bekam die Kirche eine Orgel, die Erste, denn vorher hatte sie keine. Die Orgel wurde von Conrad F. Euler (Gottesbühren) erbaut. Am 15. Mai 1903 wurde die Orgel renoviert und erhielt zusätzliche neue Stimmen. Die letzte Renovierung fand im Jahr 1999 statt.
1880 stiftete der PatronPatron = Schutzherr, Gönner der Kirche (übte das sogenannte Patronatsrechts aus) der Kirche, damals Graf Karl von Schwicheldt, neue Tauf- und Abendmahlsgeräte, ausgenommen einen Kelch (1743), da der noch jetzt vorhandene, altehrwürdige Kelch die Anschaffung eines neuen nicht nötig machte.

Die Kirchturmuhr besteht seit 1884 und war eine der ältesten von Bockenem Uhren die im Landkreis Wolfenbüttel existierten. Sie wurde im Jahr 1990 durch eine neue elektronische Uhr ersetzt und mußte bis dahin noch von Hand aufgezogen werden. Der aus Holz erbaute Glockenturm enthält 2 Glocken. Die kleinere Glocke wiegt 150 kg und ist aus dem Jahre 1424, die große Glocke von 1540 wiegt 540 kg. Beide Glocken sind aus dem Hause Hermann Koster in Hildesheim. Während des 2. Weltkriegs (1944) wurde die große Kirchenglocke nach Kiel gebracht um eingeschmolzen zu werden, doch aufgrund des Einsatzes dreier Warler Mitbürger konnte sie davor bewahrt werden. Sie wurde nach Veltenhof in den Braunschweiger Hafen gebracht und mit einem Pferdefuhrwagen abgeholt um wieder am angestammten Platz eingebaut zu werden.

Das Ehrenmal existiert seit dem 19.07.1954. Auf dem ca. 6000 Kilogramm schweren, aus dem Harz stammenden Stein, befinden sich 1700 Buchstaben. Es erinnert an die Gefallenen in den Weltkriegen.
Auf dem Kirchhof stehen zwei Grabmale aus dem 18. Jahrhundert. Diese Privatgräber wurden vor kurzem renoviert.